PS Herald

Das Australian National Maritime Museum of Australia arbeitet weltweit an der 3D-Digitalisierung historisch wichtiger Schiffswracks. Ein Team von Masterstudierenden des SG Virtual Design, betreut von Prof. Holger Deuter, entwickelte im WS 2019/2020 einen virtuellen Tauchgang zum Wrack eines historischen Schaufelraddampfers aus dem 19. Jahrhundert. Basierend auf 3D-Scans des Original-Wracks im Hafen von Sydney, erstellt vom Team um Dr. James Hunter (Curator RAN Maritime Archaeology), entstand ein spannendes wissenschaftliches Virtual-Reality-Erlebnis.

Australian National Maritime Museum in Darling Harbour, Sydney

Ziel war die Entwicklung einer didaktischen Virtual Reality Experience über ein Schiffswrack mit dem Namen „PS Herald“, welches im Norden von Sydney Harbour in 26 m Tiefe im Sand begraben liegt. Von diesem Wrack haben Taucher des Museums im aufwendigen stereo-fotogrammetrischen Verfahren 3D-Scans hergestellt, aus denen die VD Master Studierenden einen virtuellen Tauchgang für Virtual Reality Systeme entwickelt haben.

Usprünglicher 3D-Scan mit Beschreibungen (Image Irini Malliaros and James Hunter, RAN, Silent World Foundation)

PS Herald VRE Kurzdokumentation

Das Projekt entstand aus einer laufenden Zusammenarbeit zwischen der University of Technology Sydney (UTS) und der Hochschule Kaiserslautern (HS-KL). Prof. Holger Deuter (HS-KL) unterrichtet seit 2015 in der vorlesungsfreien Zeit im WS an der UTS und erhielt 2016 eine Ehrenprofessur als Gastwissenschaftler. Kevin Sumption, Director des Australian National Maritime Museums war Gast in einer Präsentation studentischer Arbeiten, die im Kurs von Deuter entstanden waren. Daraus ergab sich der Kontakt zu Dr. James Hunter (Curator RAN Maritime Archaeology) mit dem eine Zusammenarbeit im Bereich Unterwasserarchäologie für das WS 2019/20 vereinbart wurde.

Rekonstruktion: PS Herald als Wireframe-Modell

Die VD Master Studierenden der Hochschule Kaiserslautern sind gut ausgebildete Spezialisten im Bereich VR/3D und waren das passende Team, um das Projekt im WS durchzuführen. Mit Briefings, Datenaustausch und Zwischenpräsentation entwickelten die Studierenden Schritt für Schritt aus den nüchternen wissenschaftlichen Scans eine belebte 3-dímensionale Unterwasser-Story, in der sich der User teilweise autonom zwischen wogenden Wasserpflanzen bewegen kann und Informationen zu den verstreuten Einzelteilen des Wracks erhält. Ein virtueller Raddampfer in transparenter Wire-Frame-Ästhetik (WF) zeigt, wie das Schiff im Original aufgebaut war und Einzelteile leuchten auf, wenn man sie am Wrack mit der virtuellen Tauchlampe anleuchtet. Außerdem kann man das WF Schiff heranholen und in Originalgröße über das Wrack legen, so dass man einen Eindruck von den ursprünglichen Dimensionen bekommt.

Das Ergebnis wurde von Prof. Deuter während eines Forschungsaufenthalts zunächst dem Team um James Hunter und der Silent World Foundation, in einem zweiten Meeting Emily Jateff (Curator, Ocean Science & Technology) im Museum, Warf 7 vorgestellt.

Die Projektpartner waren begeistert (siehe Dokumentation) und es wurde eine längerfristige Zusammenarbeit zur VR-Visualisierung historischer Schiffswracks vereinbart. Die VR-Experience wird im Museum zu erleben sein, sobald die Covid19 Pandemie wieder einen Normalbetrieb zulässt.

Ein „Testballon“, der sich für alle Beteiligten gelohnt hat.

Master Studierende:      

Blume, Niklas

Lauer, Lisa

Ledulé, Philipp

Peris, Manuel

Saenko, Dimitri

Stock, Oliver

Wingert, Alina

Projektleitung:    

Prof. Holger Deuter (HS-KL)

Projektpartner:

Australian National Maritime Museum

Dr. James Hunter, Curator RAN Maritime Archaeology

Emily Jateff, Curator, Ocean Science & Technology

Kieran Hosty

Silentworld Foundation

Irini Malliaros

Kontakt

holger.deuter@hs-kl.de